Projekthintergrund

Weizenfläche

Die landwirtschaftliche Produktion ist ein bedeutsamer Wirtschaftszweig in der Mongolei. Nach Angaben des Nationalen Amts für Statistik wurden im Jahr 2017 ca. 13 % des Bruttoinlandsproduktes im Agrarsektor erwirtschaftet. Darüber hinaus sind ein Viertel aller Beschäftigten der Mongolei in der Landwirtschaft tätig.

Aufgrund der teilweise nährstoffarmen Böden und des ariden Klimas dominiert die Tierhaltung. Die landwirtschaftliche Nutzfläche umfasst insgesamt 115 Millionen Hektar, wovon ca. 112 Millionen Hektar natürliche Weide- bzw. Heuflächen sind. Die ackerbaulich genutzten Flächen dehnten sich in der letzten Dekade auf über 500.000 ha aus und werden zu ca. 75 % mit Sommergetreide bestellt. Weitere ca. 370.000 ha werden in Rotation als Schwarzbrache nicht produktiv genutzt.

Die jährlichen Ertragsleistungen im Ackerbau variieren erheblich, u.a. bedingt durch sich ändernde Klimabedingungen, begrenztem Zugang zu Betriebsmitteln und fortschreitender Bodendegradierung.  Der einseitige Getreideanbau, häufig in Monokultur oder im Wechsel mit Brachephasen, die unzureichende Zufuhr von Nährstoffen und Bodenbearbeitungsmaßnahmen, die den Standortbedingungen nicht angepasst sind, führen vieler Orts zu einer nachlassenden Bodenfruchtbarkeit. Die Nachfrage der Ackerbaubetriebe nach Betriebsmitteln wie Saatgut, Dünger und Pflanzenschutz wächst, kann von staatlichen und privaten Anbietern aber nicht immer in vollem Umfang bedient werden. Zahlreiche Ackerbaubetriebe beabsichtigen in moderne Landtechnik zu investieren, der Zugang zu Finanzierungsprodukten stellt jedoch nach wie vor eine erhebliche Hürde dar.

Die mongolische Regierung hat u. a.mit der „Staatlichen Regulierungspolitik für Ernährung und Landwirtschaft 2016-2025“ und dem im Januar 2016 verabschiedeten „Ackerbaugesetz“ die Rahmenbedingungen für die zukünftige Entwicklung der Agrar- und Ernährungswirtschaft geschaffen. Im Vordergrund steht die Förderung der ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit der landwirtschaftlichen Produktion, die Steigerung des Selbstversorgungsgrads, die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der Agrarproduktion und somit die Ausweitung der Exportwirtschaft.

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